Der Leibarzt der Zarin

Der Leibarzt der Zarin - Roman von Heinz G. KonsalikSie sieht aus wie ein Engel. Doch auf den Gängen des Palastes raunt man sich zu, in der Engelsgestalt stecke ein Teufel, der ihren Mann an Grausamkeit übertrifft. Die Teufelin mit dem Engelsgesicht ist Marja, Zarin von Russland, Gemahlin Iwans des Schrecklichen. Erst als der deutsche Arzt Andreas von Trottau an den Hof kommt, entdeckt die mächtige Schöne ihre andere Seite, ihre Zärtlichkeit und ihre Fähigkeit zur Hingabe. Andreas aber liebt eine andere: das einfache Mädchen Xenia. Marja kann nicht fassen, dass sie der Mann, den sie liebt, zurückweist – und wer die Zarin kennt, der weiß, ihre Rache kennt kein Erbarmen.

Dazu ein Nachwort von Dagmar Konsalik

Mein Vater musste sich sein ganzes Schriftstellerleben mit Vorurteilen herumplagen. Nicht bei seinen Millionen Lesern, sondern in erster Linie bei den Journalisten, die ihn auf seinen unzähligen Signiertouren interviewten und oft zugeben mussten, dass sie noch nicht mal ein Buch von ihm gelesen hatten. Am hartnäckigsten hielt sich das Gerücht, er hätte ausschließlich Russland-Romane geschrieben, und in jedem käme ein Arzt vor. Das ist sicherlich auf seinen Durchbruch 1956 mit dem “Arzt von Stalingrad” zurückzuführen. In Wahrheit spielt kaum ein Drittel seiner 161 Romane in Russland, und keineswegs kommt in allen ein Arzt vor. Natürlich hat er immer wieder betont, er wäre sehr gerne Arzt geworden. Die Medizin jedenfalls, die er selbst einige Semester studiert hatte, gehörte ebenso zu seinen Lieblingssujets wie die russische Seele. „Die Russen haben eine gespaltene Seele“, sagte er immer, „sie sind einerseits von einer unheimlichen Heimatliebe beseelt und besitzen eine große Liebesfähigkeit, anderseits können sie auch unheimlich hassen.“ Daraus entstand der historische Liebesroman “Der Leibarzt der Zarin”, in dem sich die grausame Gattin von Iwan dem Schrecklichen in ihren jungen deutschen Arzt verliebt. Mein Vater galt übrigens in der UdSSR als Staatsfeind und musste 40 Jahre auf sein erstes Einreisevisum warten. Nach der Wende wurde er als einer der meistübersetzten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegszeit in Russland, Polen und China verlegt und auch dort begeistert gelesen.

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